Aus unserem Leben als Camper

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Warum zelten wir? Das ist eine gute Frage. Hätte man sie mir in Berlin gestellt, hätte ich geantwortet: „Weil es schön ist, unabhängig und flexibel, der Natur nahe zu sein.“ Ja, es ist toll auf diese Weise unterwegs zu sein. Dorthin zu reisen und das Zelt an einem Ort aufzuschlagen, wo es uns gefällt und einfach weiter zu reisen, wenn es uns nach neuen Entdeckungen drängt.

Würde man mir die Frage jetzt stellen, würde ich antworten: „Das Leben als Camper ist einfach und hart. Und ich weiß meine ganzen Annehmlichkeiten zu Hause sehr zu schätzen. Pathetisch ausgedrückt würde ich sagen: Campen macht mich dankbar für das, was ich habe.“

Unordnung im Zelt
Unordnung im Zelt

Der Platz in einem Zelt ist immer beschränkt und deswegen ist Management gefragt. Ganz schnell sucht und findet man eine Struktur, eine Möglichkeit die Dinge funktional und angenehm zu ordnen. Bei schönem Wetter ist das irgendwann alles kein Problem mehr. Wir hatten den Dreh schnell raus. Zu Beginn haben wir noch gelästert über die gut organisierten Dauercamper, mit Windschutz, Stühlen und nassfester Unterlage. Jetzt beneide ich sie ein wenig für ihren rudimentären Komfort. Nach fast zwei Wochen im Zelt, kommt langsam die Sehnsucht nach ein kleines bisschen Luxus. Eine warme Dusche wäre schon ein Traum.

Nach dem großen Regen
Nach dem großen Regen – ein See, wo vorher keiner war. Unser Zelt stand zum Glück woanders.

In der letzten Nacht hat uns unser Zelt im Stich gelassen, nachdem es den ganzen Tag und die ganze Nacht durchgeregnet hat. Ein Start in den Tag mit nassen Klamotten und Isomatte. Nach zwei Wochen sind unsere Reaktionen eher pragmatisch: also wird die Kleidung im Handtrockner geföhnt und das Zelt abgeschüttelt. Auf einem Campingplatz haben wir endlich einen Wäschetrockner gefunden. Welch 5-Sterne-Erlebnis! Alles einpacken und weiter geht’s.

Warten auf trockene Wäsche
Warten auf trockene Wäsche

Unschlagbar ist allerdings auch an solchen Morgen der Blick auf die Berge und die klare frische Luft. Das entschädigt für alles und ich weiß wieder, warum ich es genieße auf dem Boden zu schlafen.

Grandioser Blick
Grandioser Blick

Tiere kommen hin und wieder auch zu Besuch: in unserem Essensbeutel hatte es sich eine Maus bequem gemacht. Erst laute Nagegeräusche haben uns auf sie aufmerksam gemacht. Naja, den Verdacht hatten wir bereits am frühen Morgen, bevor wir zu unserem Ausflug aufgebrochen sind. Unser Brot war total zerkrümelt. Ich dachte es sei lediglich aufgeweicht worden durch die Nässe. So genau vorstellen möchte ich es mir auch jetzt immer noch nicht, was die Maus darin gemacht hat. Immerhin haben wir das Brot gegessen und wir leben immer noch. Wie gesagt, das Leben als Camper macht uns pragmatisch und härtet ab.

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