Scharfe Dose, aber nur außen

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Die roten Schoten haben es in sich (Foto: Petra Bork, pixelio.de)
Die roten Schoten haben es in sich (Foto: Petra Bork, pixelio.de)

Ich gebe zu, scharf ist mir meistens nicht scharf genug. Deshalb gehört die Dose mit den getrockneten Chilies, die Tabasco-Flasche oder auch frische Schoten beim Kochen und Essen stets dazu, egal ob zuhause oder im Restaurant. Wenn ich nicht schwitze, dann ist es zu lasch, ganz einfach ist es.

Nur selten gibt es Momente, in denen ich mich am Rand eines Kollaps‘ bewege. Neulich etwa bei einem Thailänder in Berlin. Auf einem Teller lachte mich eine wunderschön drapierte Paprikaschote an. Zur Vorsicht biss ich zunächst erst ein kleines Stück ab. Als nichts weiter passierte, gönnte ich mir ein größeres Stück. Als ich merkte, dass es nicht um eine Paprika-, sondern eine Chilischote der übelsten Sorte handelte, war es längst zu spät. Denn mit Verzögerung und umso heftiger überfiel mich die geballte Kraft des Capsaicins. Weder Getränk noch Salatblätter brachten eine Erlösung. Ich hatte keine Chance und musste mit rot angeschwollenem Gesicht und Atemnot durch. Das Feuerwerk dauerte mehrere unendlich wirkende Minuten, bis ich wieder Fassung erringen konnte. Eine Lehre, die ich wohl nie vergessen werde.

 

Das Etikett verspricht einen heißen Ritt
Das Etikett verspricht einen heißen Ritt

Nun habe ich Supermarkt habe ich eine dieser Dosen von „Teufels Küche“ entdeckt. Sofort erinnerte ich mich an den Abend beim Thailänder. Schließlich warnten gleich drei groß aufgedruckte Chili-Schoten vor einem Feuer der besonderen Stärke. Trotz der heißen Erfahrung reizte mich die Herausforderung. Deshalb nahm ich eine Dose der „Teufels Gulasch Suppe“ für immerhin 1,99 Euro mit.

Die Zubereitung ging schnell: Dose auf, Inhalt in den Topf gießen, kochen. Fünf Minuten später saß ich mit der Schale in der Hand auf der Couch, wild entschlossen, den Versuch zu wagen. Der erste Löffel, sparsam gefüllt, ging langsam in den Mund. Einen Moment gewartet, nichts passiert. Aha, das hatten wir ja schon. Ein nächster Löffel, diesmal schon etwas voller. Wieder eine kleine Pause. Aber es passiert immer noch nichts. Es folgten weitere Löffel und erst dann kamen erste kleine Wärmeschübe im Mund, auch einige Schweißperlen finden sich auf der Stirn und im Nacken ein.

Eines steht fest: Der Dosenrand ist schärfer als der Inhalt
Eines steht fest: Der Dosenrand ist schärfer als der Inhalt

Doch das war schon der Höhepunkt: Keine Atemnot, kein trommelndes Fauchen des Capsaicins in der Mundhöhle, nur ein wohliges Wärmegefühl, das war’s. Angesichts der Warnungen auf dem Dosenetikett und des verheißungsvollen Titels blieb am Ende dann doch Enttäuschung über den Schärfegrad übrig.

Wenn die Suppe aus „Teufels Küche“ der Maßstab wäre, dann wäre die Hölle eher ein Wellness-Bereich. Aber immerhin: Lecker war die Mahlzeit.

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